Wagner erwartet zudem eine Flexibilisierung des Einsatzes aller Kapazitäten: „Gerade wenn man merkt, dass manche Branchen ganz wegbrechen oder sich einzelne Länder komplett abschotten, sollte man hinterfragen, was das für die eigene Lieferfähigkeit bedeutet: Wie flexibel und spontan kann ich auf sich ändernde Lieferketten reagieren?“ Das setzt eine starke Digitalisierung der operativen Prozesse voraus, weil zahlreiche Logistiker nicht mit eigenen Kapazitäten arbeiten, sondern eher als eine Art Makler fungieren und Transportkapazität einkaufen, bündeln und wiederverkaufen. „Um da flexibel sein zu können, braucht man eine sehr große Transparenz über die verfügbaren Transportkapazitäten und über aktuelle Preise. Das wiederum ist eine Fortsetzung der Bewegung zu Plattformmodellen und digitalen Speditionen, die seit einigen Jahren aufkommen. Ich erwarte, dass darauf noch mehr Fokus gelegt wird und dass Investitionen, sobald sie wieder möglich sind, dorthin gehen. An den Börsenbewertungen kann man im übrigen auch ablesen, dass Geschäftsmodelle, die auf digitalen Prozessen und Datenauswertung beruhen, der Krise am stärksten trotzen können.“